Wie wir die Pflanzengesundheit fördern.
Mit der Gesundheit unserer Pflanzen ist es ähnlich wie mit der Gesundheit des Menschen: Es geht nicht nur darum, bei einem Leiden mit dem passenden Mittel Linderung oder Heilung zu erzielen. Wir betrachten das Wohlbefinden unserer Kulturen in einem grösseren Zusammenhang.
Wie sieht das Umfeld aus? Welche Bedingungen fördern ein gesundes und natürliches Wachstum, welche hemmen es? Wo gibt es Stressfaktoren, die sich vermeiden lassen? Was können wir vorbeugend tun? Und gibt es vielleicht Alternativen?
Diese Fragen beschäftigen uns seit Jahrzehnten. Sie haben dazu geführt, dass wir immer wieder Wege beschritten haben, die von aussen teilweise belächelt wurden, sich heute jedoch bewährt haben und in weiten Kreisen anerkannt sind.
Im Grunde geht es uns darum, unseren Gemüsekulturen möglichst günstige Wachstumsbedingungen zu schaffen. Denn gesunde, kräftige Pflanzen können sich besser entwickeln und eigene Abwehrkräfte gegen äussere Einflüsse bilden.
Dazu setzen wir heute beispielsweise vermehrt auf Pflanzenstärkungsmittel, etwa auf siliziumhaltige Präparate, wie sie auch im biologischen Anbau eingesetzt werden.
Wir verfügen übrigens weitgehend über das Wissen aus dem Biolandbau und wenden dieses bereits seit über zwei Jahrzehnten dort an, wo es für uns sinnvoll und zielführend ist. Vieles davon gehört für uns längst zum Alltag.
Eine besondere Bedeutung hat dabei der Boden. Für uns ist er weit mehr als ein Produktionsfaktor: Er ist die «Behausung», in der unser Gemüse wächst. Unser Blick richtet sich deshalb oft unter die Erde. Das Bodenreich ist ein äusserst lebendiges System. Es gilt, die zahlreichen Mikroorganismen und Kleinlebewesen aktiv und im Gleichgewicht zu halten, damit sie eine gesunde Bodenstruktur und damit die Voraussetzungen für ein kräftiges Wurzelwachstum schaffen können.
Dazu versorgen wir die Bodenlebewesen beispielsweise mit Kompost. Auch Kalk ist ein wichtiger Bodenverbesserer: Er fördert eine gute Bodenstruktur und trägt dazu bei, dass Nährstoffe besser gespeichert und den Pflanzen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden können.
Auch Pflanzen, die nach einem Hagelereignis nicht mehr geerntet werden können, werden wieder in den Boden eingearbeitet. Sie liefern wertvolle organische Substanz und dienen den Bodenlebewesen als Nahrung. So werden die in den Pflanzen enthaltenen Nährstoffe dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt und können später wieder für das Wachstum neuer Kulturen zur Verfügung stehen.
Natürlich setzen wir auch Pflanzenschutzmittel ein – rund 50 Prozent davon sind biologischer Natur. Gerade nach dem Hagel Ende August ging es darum, die entstandenen Verletzungen an den Pflanzen möglichst rasch zu versorgen und einer Infektion vorzubeugen. Um einen drohenden Pilzbefall zu verhindern, wurden deshalb Fungizide eingesetzt.
Glücklicherweise blieb es nach dem Hagel trocken, sodass sich die Pflanzen rasch erholen konnten. Das Gemüse hat sich gut entwickelt und konnte schon bald wieder in den Handel gelangen.
Das A und O eines verantwortungsvollen Pflanzenschutzes bleibt jedoch die regelmässige und aufmerksame Kontrolle all unserer Kulturen. Mit einem wachsamen Auge und dem frühzeitigen Erkennen und Behandeln von Problemen können wir bereits viele Pflanzenschutzmittel einsparen. Hier gehts zum Video mit Thomas bei der Feldkontrolle.
Du siehst: Pflanzenschutz ist weit mehr, als man vielleicht aus der Distanz vermuten könnte, wenn man uns mit unseren Pflegemaschinen auf dem Feld sieht. Dahinter steckt viel Beobachtung, Erfahrung und Wissen – und das Ziel, unsere Kulturen möglichst gesund und mit so wenig Pflanzenschutzmitteln wie nötig durch die Saison zu bringen.
Wir freuen uns, wenn du uns bei der Arbeit auf unseren Feldern begegnest. Und wenn du Fragen hast: Sprich uns gerne an! Wir geben dir gerne Auskunft und erklären, was wir gerade tun und warum.
Roman Käser
Gemüsegärtner, Technik, Anbau & Pflege