Wie wir das Unwetter vom 28. August 2026 erlebt haben
Das Gute
Als die Gewitterfront über unsere Felder zog, befanden sich alle rund 60 unserer Erntemitarbeitenden im Freien. Während Sturm und Hagelregen über sie hinwegzogen, waren sie damit beschäftigt, Maschinen zu sichern, die Dächer der Erntegeräte zu fixieren und sich selbst so gut wie möglich zu schützen. Auch einen unserer Lieferwagen versuchten sie angesichts der enormen Windböen vor dem Umkippen zu bewahren – leider vergeblich. Ein weiterer Transporter verlor seinen Aufbaukasten.
Trotz dieser dramatischen Minuten wurde glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt. Einige Schrammen und Beulen werden in den kommenden Tagen noch an dieses denkwürdige Ereignis erinnern.
Der Schaden
Fast drei Viertel unserer Anbauflächen wurden durch das Unwetter in Mitleidenschaft gezogen. Während sich die Schäden im Raum Rütihof noch in Grenzen halten, müssen wir auf den Feldern im Birrfeld nahe der Autobahn A1 sowie in Birmenstorf von Totalausfällen sprechen.
Der Stangensellerie wurde vom Hagel bis tief ins Herz der Pflanzen getroffen, was einem Totalschaden gleichkommt. Kopfsalat wird voraussichtlich erst in etwa vier Wochen wieder verfügbar sein. Bei Asia- und Schnittsalaten rechnen wir mit einem Ausfall von bis zu drei Wochen, beim Rucola mit rund zwei Wochen. Noch unklar ist derzeit, wie sich der Spitzkabis weiterentwickeln wird.
Beim frisch gesetzten Peterli wird sich in den kommenden Tagen zeigen, wie gut er sich vom Hagelschaden erholen kann. Generell wünschen wir uns nun eine möglichst trockene Wetterperiode – oder zumindest keinen anhaltenden Dauerregen. So erhalten die beschädigten Pflanzenteile die Chance zu verheilen, ohne zusätzlich von Krankheiten befallen zu werden.
Was wir bedauern
Während der vergangenen Trockenperiode und der lang anhaltenden Hitzewelle ist es uns trotz Wassermangels gelungen, in den letzten zwei Monaten Gemüse in guter Qualität anzubauen und zu produzieren. Dies war mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden.
Unzählige Stunden wurden investiert, um unsere Pflanzen mit allem Nötigen zu versorgen. Mit grossem personellem Einsatz wurde in vielen Nächten durchgearbeitet. Gleichzeitig haben wir auch maschinell in neue Bewässerungstechnik investiert.
Dass diese intensiven Bemühungen innerhalb weniger Minuten zu einem grossen Teil zunichtegemacht wurden, bedauern wir sehr. Es hat uns verständlicherweise auch kurzzeitig ordentlich bedrückt.
Wie es weitergeht
Es liegt jedoch in unserer Natur, nach vorne zu schauen. Beinahe alle Mitarbeitenden bleiben auf dem Betrieb und arbeiten weiter. Sonderferienwünschen können wir in dieser Zeit selbstverständlich entsprechen.
Nun stehen Reparaturarbeiten an den beschädigten Folientunneln an. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit, bestimmte Winterarbeiten an Traktoren und Setzmaschinen bereits jetzt auszuführen.
Daneben sind wir weiterhin draussen auf den Feldern und pflegen die Kulturen. Beim Federkohl werden beispielsweise die zerfetzten Blätter entfernt. Generell rechnen wir bei den Gemüsekulturen, die noch Aussicht auf eine Vermarktung haben, mit einem deutlich höheren Rüstaufwand.
Nichtsdestotrotz setzen wir alles daran, möglichst rasch wieder zur Normalität zurückzukehren und die volle Produktionskapazität zu erreichen. Wir sind krisenerprobt und blicken zuversichtlich nach vorne.
Wir freuen uns darauf, Ihnen schon bald wieder die gewünschten Mengen in der gewohnten Gemüse-Käser-Qualität liefern zu können!
Roman Käser
Gemüsegärtner, Technik, Anbau & Pflege